Internationales Schlittenhunde-Rennen in Unterjoch und Schattwald als Generalprobe für erste grenz-überschreiten Weltmeisterschaft. Weltcup am 31. Januar und 1. Februar – Mehr als 100 Musher mit rund 1.000 Hunden – Gespanne so lang wie Sattelzüge – Erneut Wettbewerb für Kinder.
Unterjoch/Schattwald (dk). Die Vorfreude ist groß, die Bedingungen sind bestens, das Teilnehmerfeld so stark wie nie. Am Samstag/Sonntag, 31. Januar/1. Februar, ist der Bad Hindelanger Ortsteil Unterjoch in den Allgäuer Hochalpen mit der Gemeinde Schattwald im Tannheimer Tal (Tirol/Österreich) erneut Gastgeber für ein internationales Schlittenhunde-Weltcup-Rennen. Mehr als 100 Musher (Schlittenhundeführer) aus ganz Europa mit rund 1.000 Hunden nehmen an dem Winterspektakel für Mensch und Tier teil. Die Wettbewerbe werden 2026 als Deutsche Meisterschaft gewertet.
Für die beiden Gastgeber ist es die Generalprobe für die erste grenzüberscheitende Schlittenhunde-Weltmeisterschaft, die 2027 in Unterjoch und Schattwald stattfinden wird. Die technisch anspruchsvolle Route führt dieses Jahr auf einer Distanz zwischen sechs und 18 Kilometern von Unterjoch über die Loipen der Gemeinde Schattwald und wieder zurück. Die Schlittenhundeführer sind mit Skating-Skiern oder ihren Schlitten unterwegs. In der Ski-Disziplin sind bis zu zwei Hunde vor dem Musher eingespannt. Bei den Schlittengespannen (je nach Klasseneinteilung) zwischen zwei und 14 Hunde. Die großen Gespanne erreichen Sattelzuglänge.

Charakteristisch sind beim Weltcup in Unterjoch und Schattwald schnelle Abfahrten und enge Kurven, die hohe fahrtechnische Fähigkeiten den Gespannen erfordern. Die Wettkämpfe werden vom Baden-Württembergischen Schlittenhundeclub (BWSC) organisiert, der das Rennen gemeinsam mit dem Wintersportverein Unterjoch ausrichtet. Tatkräftig unterstützt wird das europaweit beachtete Event von örtlichen Vereinen aus Unterjoch und Schattwald.

„Das Schlittenhunde-Rennen in Unterjoch und Schattwald ist ein Fixpunkt in unserem Wintersport-Kalender und wir freuen uns sehr, dass wir die Wettbewerbe erneut gemeinsam mit der Tiroler Nachbargemeinde austragen können. Die Begeisterung vor Ort und in der Region ist großartig, die Außendarstellung für Unterjoch und Schattwald einmalig“, sagt die Bad Hindelanger Bürgermeisterin Dr. Sabine Rödel und ergänzt: „Da wir 2027 gemeinsam mit der Tiroler Gemeinde Schattwald erstmalig Gastgeber einer grenzüberschreitenden WM sein werden, wollen wir uns in diesem Jahr erneut von unserer besten Seite zeigen. Bei der Gemeinde Schattwald und ihrem Bürgermeister Wolfgang Ramp sowie allen ehrenamtlichen Helfern bedanke ich mich bereits jetzt für die große Unterstützung.“
Das Schlittenhunderennen in Unterjoch wird das erste Weltcup-Rennen auf Schnee in Mitteleuropa in dieser Saison sein. „Das unterstreicht, wie schwierig es ist, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Was vor Ort an Arbeitsstunden, Engagement und Kreativität seit Wochen eingebracht wird, ist spitze“, lobt Marina Brutscher, Lokalmatadorin aus Bad Hindelang, die ebenfalls an den Start gehen wird.
Das Starterfeld ist erneut sehr international – „unter anderem haben Sportler aus der Slowakei, aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, aus Großbritannien, Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz zugesagt. Viele von ihnen nutzen das Rennen als Generalprobe für die Weltmeisterschaft 2026, die eine Woche später im rumänischen Siebenbürgen stattfindet“, sagt Rennleiter Arno Steichler (BWSC).

Die WM 2027 hat Arno Steichler ebenfalls fest im Blick: „Nach so vielen Jahrzehnten ist es mehr als verdient, dass Unterjoch mit der Tiroler Nachbargemeinde Schattwald für die Allgäuer Alpen erstmals WM-Gastgeber wird. Es gibt kaum ein Umfeld in Europa, das besser geeignet ist als diese grenzüberschreitende Region.“
Seit Monaten wird intensiv an der Vorbereitung für die WM 2027 gearbeitet. Es gab bereits mehrere Treffen in verschiedenen Konstellationen – mit den Gemeinden, den jeweiligen Tourist-Informationen, Skiclubs, Feuerwehr, Bergwacht und weiteren Beteiligten. Dabei wurden erste wichtige Fragen erörtert: Wo genau könnte die WM-Strecke verlaufen? Welche Genehmigungen sind erforderlich? Welches Sicherheitskonzept muss stehen? Welche Unterkünfte stehen für Teilnehmer und Gäste zur Verfügung? „Die ersten Vorarbeiten sind abgehakt oder werden aktuell erledigt. Es ist sehr positiv, dass alle an einem Strang ziehen“, sagt Marina Brutscher und ergänzt: „Das ist nur möglich, wenn man Leidenschaft und echtes Interesse an diesem Sport hat.“

Für Tourismusdirektor Maximilian Hillmeier steht das außer Frage: „Der Schlittenhunde-Weltcup ist für uns seit jeher von großer Bedeutung. Umso mehr freut es uns, dass die Unterstützung erneut riesig ist und alle Beteiligten intensiv mithelfen, dass wir bei den anstehenden Rennen eine top Bewerbung für die WM 2027 abgeben.“
Auf den Fotos und Videos, die vom Schlittenhunde-Weltcup 2026 erneut in die Welt versendet und geteilt werden, werden erneut auch Kinder in Aktion zu sehen sein: zum zweiten Mal gibt es auf abgesicherter Piste einen Wettbewerb für den Nachwuchs. „Vorfreude und Nervosität sind bereits groß“, sagt Marina Brutscher. Ungewohnt ist das Umfeld für die Kinder freilich nicht. Marina Brutscher: „Es sind alles Kinder, die von klein auf viele Hunde um sich haben und täglich sehen, dass Mama und Papa häufig mit dem Schlitten unterwegs sind. Einziger Unterschied – früher waren die Knirpse mit kleinen Holzschlitten unterwegs, jetzt dürfen sie richtig mit dem Hundeschlitten fahren – und das sogar vor Zuschauern.“

